Evangelisch in Sydney

Nachdenken über Seelsorge

Seelsorge

Als Urlauberseelsorger habe ich 17 Jahre lang intensiv im Harz, an der Nordseeküste und auf den Ostfriesischen Inseln Dienst getan. Die Erfahrungen dabei sind sehr vielfältig. Einmal haben Menschen im Urlaub, anders als oft im Alltag, Zeit zum Nachdenken auch über die eigene Existenz und Lebensführung. Vielleicht auch über die letzten Dinge.
Sehr willkommen sind dann Ansprechpartner, die nicht aus dem eigenen Umfeld stammen. Zunächst geht es um intensives Zuhören, nach oft mehreren Gesprächen auch um denkbare Veränderungen. Häufig sind aus diesen Gesprächen Freundschaften entstanden, die bis heute andauern.
Manchmal flüchten Menschen aus Krisensituationen in den Urlaub. Das geht meistens schief, weil die unvertraute Umgebung das Krisenhafte nur noch verstärkt. Dann sind offene Gespräche besonders notwendig.
Seelsorge ist immer ein Geben und Nehmen: ein Geben von Vertrauen an den Zuhörenden, das Nehmen von Unterstützung und Alternativen.
Schlimm ist es, wenn es zur notwendigen Seelsorge nicht oder nicht ausreichend kommt. Das kann katastrophale Auswirkungen haben. Meine Definition von Seelsorge: ein Liebesdienst am anderen Menschen.

eingestellt von Dietrich Rehnert am 12. Juni 2009
in Wort zum Alltag | 0 Kommentare