Evangelisch in Sydney

Vom Segnen und vom Segen

Segen

Im 12. Kapitel der Genesis wird dem Abraham ein Segen Gottes zugesprochen: “ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein!” Die “Gute Nachricht” ergänzt noch: “an dir wird sichtbar werden, was es bedeutet, wenn ich jemand segne.”
In den Jahren unseres Zusammenlebens bekam meine Frau Angelika an jedem Morgen vor der Fahrt zur Arbeit ein Kreuzeszeichen auf die Stirn als einen Segen. Am 14. Mai, dem Tag ihres zum Tode führenden Zusammenbruchs, trat sie erstmalig kommentarlos mit einem Lächeln auf mich zu und zeichnete mir ein Kreuzeszeichen auf die Stirn.
Als ich dieses einmalige Geschehen später dem Freund unserer Gemeinde und persönlichen Freund Sam Simpfendorfer erzählte, sagte er spontan:

“She left with a blessing for you!”

Sie kann nicht mehr bei uns sein, doch sie hat einen Segen für mich hinterlassen, vielleicht ja nicht nur für mich. Das Gesegnetwerden hat auch einen Verpflichtungscharakter: wir sollen auch ein Segen werden mit unserem Denken, Reden und Handeln.

eingestellt von Dietrich Rehnert am 19. Juni 2009
in Wort zum Alltag | 1 Kommentar