Evangelisch in Sydney

Von der Offenheit

Offenheit

Vor 43 Jahren ist mir etwas geschehen, was mein Leben für immer verändert hat. Meine erste Stelle als Junglehrer führte mich in eine zweiklassige Landschule. Wir beiden Lehrer hatten jeweils vier Jahrgänge zu betreuen, zu Anfang waren es allein bei mir 46 Kinder.
Neben dieser schwierigen Berufssituation engagierte ich mich auf etlichen Arbeitsfeldern in der Gemeinde, drei eigene Kinder vergrößerten die Familie.

Meine eigene Vorbereitung auf die 2. Lehrerprüfung war unzureichend. Bei der Überreichung des Zeugnisses mit der gerade noch ausreichenden Note sagte der Oberschulrat:

“Dieses Ergebnis entspricht nicht ihrem entwickelten Intellekt.”

Ich danke ihm bis heute für seine Offenheit, hat sie doch dazu geführt, dass ich diese völlig gerechtfertigte Mahnung niemals mehr anhören musste. Die Offenheit des Oberschulrates habe ich mir zu eigen gemacht. Man macht sich nicht nur Freunde damit, doch das Fegen unter den Teppich hat die Welt noch nie verbessert.

eingestellt von Dietrich Rehnert am 4. Dezember 2009
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