Religion für Einsteiger: Wie wird man Messias?
„Messias gesucht. Für die Position eines/r Königs/Königin suchen wir eine kommunikationsstarke Persönlichkeit mit Führungskompetenz und Überzeugungskraft. Er/sie sollte in der Lage sein, Menschen für ihre/seine Visionen zu begeistern und Konflikte zu schlichten. Gefordert wird übermenschlicher Einsatz zum Aufbau einer neuen Gesellschaft. Wunder und Überstunden im göttlichen Auftrag werden nicht extra vergütet.”
Von Eduard Kopp
Wie wird man eigentlich Messias? Heutzutage manchmal schon dadurch, dass man in Zeitungskommentaren dazu hochgeschrieben wird, wie es dem neuen amerikanischen Präsidenten Barack Obama geschieht. Obama müsse bald zeigen: „Kann ein Messias auch regieren?” („Die Zeit”). Journalisten machen „geradezu messianische Hoffnungen” aus, erkennbar daran, dass ein Amerikaner „Kandidat der ganzen Welt” geworden sei („Die Zeit”). Da weht über dem Wahlergebnis auch schnell mal ein „Hauch von Erlösung” („FAS”).
Ein Messias im religiösen Sinn ist etwas anderes als ein Mensch, der mit seinem Charisma Menschenmengen begeistert. Einen Messias zeichnet zunächst einmal eine zugleich religiöse und politische Vision aus, die er im Auftrag und mit Unterstützung Gottes verwirklicht. Messias, wörtlich übersetzt: Gesalbter, ist historisch gesehen meist ein König. Die Salbung bei seiner Inthronisation verleiht ihm geradezu göttliche Autorität, er gilt damit als sakrosankt, also allem politischen Streit und allen Anfeindungen entzogen. Gerade das wird man Obama und der amerikanischen Demokratie nicht wünschen.
Den vollständigen Artikel von Eduard Kopp finden Sie auf den Internetseiten von evangelisch.de hier.
eingestellt von Mathias Burbach am 12. Januar 2010
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