Evangelisch in Sydney

Karibuni sana – herzlich willkommen!

Uwe Nissen arbeitet ehrenamtlich als Pfarrer für die deutschsprachige Evangelische Gemeinde in Nordtansania

Davon träumen Pfarrer in Deutschland: Es ist Sonntag, und die Menschen strömen in die Kirchen. Festlich herausgeputzt, mit Bibel und Gesangbuch unter dem Arm, füllen tansanische Christen Sonntag für Sonntag die zahlreichen Gotteshäuser und feiern voller Freude ihre Gottesdienste, die sich meist über mehrere Stunden hinziehen. Sie machen den Sonntag wirklich zum Tag des Herrn. Für manche europäische Christen, die auf Zeit in Tansania leben, ist das ungewohnt, wenn im Gottesdienst oft mehrere Kollekten eingesammelt werden und jedes Mal die Geber in langer Prozession zum Altar ziehen, um ihre Gabe abzulegen. Das kann unendlich lange dauern, was aber niemanden stört. Für ­tansanische Christen gilt grundsätzlich: “Haraka, haraka haina baraka”, was so viel bedeutet wie: Auf der Eile ruht kein Segen. Natürlich ist es mitreißend, wenn im Gottesdienst die Chöre gewaltig schmettern und ihrer Freude am Herrn bewegt Ausdruck geben. Es ist faszinierend, wenn sich Prediger stimmlich steigern und ihre Zuhörer begeistern. Aber vieles bleibt uns fremd. So, wenn Menschen plötzlich kollektiv in Zungen reden oder reihenweise vor dem Altar umfallen, weil sie wie in Trance – “vom Heiligen Geist bewegt” – sich nicht auf den Beinen halten können. In einer kleinen Kirche ganz in unserer Nähe, der Apostolic Church, schreien die Prediger die versammelte Gemeinde regelmäßig mit Verstärker an, und zwar zweisprachig. Ein amerikanischer Prediger wird fast synchron auf Kisuaheli übersetzt, mit unverminderter Lautstärke. Ob Pfarrer in Deutschland auch davon träumen?

Den vollständigen Artikel finden Sie auf den Internetseiten der EKD – Auslandsgemeinden hier.

eingestellt von Mathias Burbach am 4. März 2010
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