Evangelisch in Sydney

Der Wald ist meine Kirche

Martin Röker und seine Frau Katja sind seit Ende 2005 Reisepfarrer in Finnland

Vierzehn Grad minus im Februar sind nicht wirklich kalt. Erst der scharfe Wind macht den Frost schneidend. Als die Autotür ins Schloss fällt und ich hinterm Lenkrad sitze, bin ich zu Hause – my car is my castle. Auf dem Beifahrersitz liegen griffbereit Reiseproviant, Hörbücher und Musik-CDs und bald der sich bis zur nächsten Rast ansammelnde Abfall. Außerdem die Landkarte – nein, wir haben noch immer kein Navi. Hinter mir der schwarze Anzug, das weiße Hemd, der Talar. Gestern bei der Ankunft habe ich – wie meistens – vergessen, den Kilometerstand ins Fahrtenbuch einzutragen. Jetzt muss ich den Kugelschreiber in der Hand anwärmen. Er ist nachts festgefroren.

Als Reisepastoren arbeiten meine Frau und ich für die “Deutsche Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Finnland”. Zu ihr gehören knapp 3000 Mitglieder, die bis zu 1000 Kilometer von­einander entfernt wohnen. Zu einem Drittel sind wir für die Gemeinde in Helsinki da (für den Stadtbereich Helsinki ist ein Kollege zuständig), zu einem Drittel für die Gemeinde in Turku und Tampere, und sonst für ganz Finnland: für Deutsche, finnische Ehepartner, Deutschlehrerinnen und ihre Schulklassen, Finnen, die einmal in Deutschland gelebt haben, Sprachinteressierte und Touristen. Zu Weihnachten, Ostern, Erntedank oder auch mal so reisen wir mit dem Auto in 20 verschiedene Städte. Und wir erleben die Mentalitäten von den Kareliern im Osten nahe der russischen Grenze, von den Bewohnern Lapplands in Rovaniemi und Muonio, von denen aus der mittelfinnischen ­Universitätsstadt Jyväskylä und denen an der Westküste.

Den vollständigen Artikel finden Sie auf den Internetseiten der EKD – Auslandsgemeinden hier.

eingestellt von Mathias Burbach am 1. April 2010
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