Evangelisch in Sydney

“Dann will ich auch Christ werden”

Martin Zamel, 63, ist ehrenamtlich Pastor der Deutschsprachigen Evang.-Luth. Gemeinde im bulgarischen Sofia

“Unmöglich, die krieg ich nie”, schoss es mir durch den Kopf. Die Straßenbahn hielt sehr weit entfernt. Ich musste sie erreichen, sonst wäre ich zu spät zum Gottesdienst in die Stadt gekommen. Mein Koffer war schwer, ich kam zu langsam voran. Heftig winkte ich von weitem. Und tatsächlich erreichte ich hechelnd das Trittbrett. Der Straßenbahnführer hatte geschlagene fünf Minuten auf mich gewartet. So sind Bulgaren, freundlich und geduldig.

Seit 2007 wohne ich hier in einer “gated community”, in der geschlossenen Wohnanlage der Deutschen Botschaft, dem früheren Diplomatenviertel der DDR. Von Mauern umgeben, mit Kameras der “Security Force” bewacht. Leider kann man sich nur so vor ungebetenen Gästen sicher fühlen. Ich fragte einen Bul­garen, warum es hier so viele Einbrecher gibt. Er sagte: “Es sind so viele Zigeuner im Land, das steckt an!” Volkes Stimme. Roma sind unbeliebt, neunzig Prozent von ihnen sind auf Sozialhilfe angewiesen. Ihr Kinderreichtum beunruhigt viele Bulgaren – als ob sie befürchten müssten, selbst bald zur Minderheit zu gehören. Laut UNICEF sind rund zehn Prozent der Bevölkerung Roma. Dass so viel eingebrochen wird, liegt in Wirklichkeit wohl eher daran, dass das Risiko, erwischt zu werden, nicht sehr hoch ist. Die juristische Verfolgung der organisierten Kriminalität funk­tioniert immer noch nicht so recht.

Den vollständigen Artikel finden Sie auf den Internetseiten der EKD – Auslandsgemeinden hier.

eingestellt von Mathias Burbach am 13. Mai 2010
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