Evangelisch in Sydney

Beides ist in uns

Ich habe in diesen Tagen Aufzeichnungen des “Stückeschreibers” Bertolt Brecht, so bezeichnete er sich selbst, aus der Zeit des Exils während des Zweiten Weltkrieges gelesen. Ein Satz beginnt so:

“Gross ist, wer die Erde zum Blühen bringt”…

Ein poetisch ansprechender Satzanfang, unter dem wir uns viel Schönes in der Natur vorstellen können. Der Satz geht dann so weiter:

… und wer ihr Narben zu erzeugen vermag.”

Letztere nennt er dann “subalterne Schurken”. In einem einzigen Satz wird deutlich, dass beide Dinge in uns allen angelegt sind: die Gabe zum Guten und die Gabe zum Bösen. Wenn uns die Botschaft der Liebe in der Gestalt des Evangeliums auf den Weg des Guten führt, hat sie einen guten Dienst nicht nur an uns persönlich getan, sondern unserem gesamten Lebensumfeld. Wenn uns die Kraft des Heiligen Geistes zur Überwindung des Bösen in uns hilft, ebenso.

Um diese Kraft dürfen wir Gott jeden Tag bitten, für uns selbst und durch uns für andere Menschen.

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