Umgang mit Sprache
Eine gute katholische Freundin, die mit viel Interesse unsere Kirchlichen Nachrichten und dieses Internetportal verfolgt, wies mich kürzlich auf eine wichtige Tatsache hin: in einem Bericht über den Pfingstgottesdienst in Allambie hatte ich einen Gebäudeteil dort mit “Block” bezeichnet. Für sie hatte das schlimme Assoziationen an das Dritte Reich und die DDR.
Ich hatte 1957 ein Buch gelesen unter dem Titel “Das Wörterbuch des Unmenschen”, in dem die Sprache des Dritten Reiches in zahlreichen Einzelbeiträgen kritisch untersucht worden war.
Auch heute wird Sprache absichtsvoll zum Vertuschen benutzt. Das geht vom idiotischen “friendly fire” (wenn Soldaten von den eigenen Leuten um’s Leben gebracht werden) bis zu “collateral damage”, wenn bei einem militärischen Einsatz völlig unnötigerweise zahlreiche unbeteiligte Zivilisten getötet werden. “Block” ist sicher nicht das gravierendste Beispiel, doch es hat mich erinnert an die Notwendigkeit eines sensiblen Umgangs mit unserer Sprache.
Der Herausgeber des erwähnten Buches war Dolf Sternberger. Er hieß eigentlich Adolf, doch nach Hitler strich er den ersten Buchstaben seines Namens.
