135 Jahre Hermannsburger Mission in Central-Australia
Im Jahr 2012 jährt sich zum 135. Mal die Ankunft der beiden deutschen Pioniermissionare Hermann Kempe und Wilhelm Schwarz in Zentral-Australien. Sie gründeten die Station Hermannsburg nahe dem Finke-Fluss, wo es reichlich und gutes Trinkwasser gab. Hermannsburg liegt 110 km westlich von Alice Springs NT. Mit dem einheimischen Namen wird es „Ntaria“ genannt.
Hermann Kempe stammte aus Sachsen, aus der Umgebung von Dresden. Er war Sohn eines Arbeiters in einer Kohlengrube. Wilhelm Schwarz war ein Schwabe aus Mühlacker in Württemberg und hatte das Bäckerhandwerk erlernt; er war zwei Jahre älter als Kempe; sie durchliefen denselben Kurs im Hermannsburger Missionsseminar bei Celle und wurden gemeinsam für den neuen Missionsversuch im Innern Australiens ausgesucht (nach Dr. Hartwig F. Harms: „Träume und Tränen“, Hermannsburg 2003).
Dies erfolgte im Zuge der Auswanderungsbewegung der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts, die viele Deutsche als Siedler nach Südaustralien führte. Darunter waren viele Lutheraner, die sich der kirchlichen Union in Preußen durch Auswanderung entziehen wollten.
Ihnen ging es nicht um „Landraub“, wobei ihnen das Schicksal der Ureinwohner, den „Aborigines“, nicht gleichgültig blieb aufgrund ihres christlichen Glaubens. Durch Gründung von Missionsstationen wurden die Uraustralier vielmehr vor Entwurzelung infolge der Europäisierung und Ausrottung bewahrt und die Landnahme mancher Siedler aus Übersee wurde zurückgedrängt. Im Laufe der nachfolgenden Jahrzehnte haben sich viele Ureinwohner dann dem christlichen Glauben zugewandt.
Davon erzählt die nachfolgende Geschichte des Aboriginal Pastor Rev. Roderick Kantamara aus Mt. Liebig, heute Amunturrngu Aboriginal Community: (Postal Address: Finke River Mission, PO Box 2129, Alice Springs NT 0870, Übers. aus dem Engl. von H. Bloch, aus: Finke River Mission Newsletter, Winter 2004):
Gott hat mich verwandelt!
Ich verbrachte eine lange Zeit im Gefängnis in Alice Springs. Die Polizei stoppte mich wegen Trunkenheit am Steuer. Sie stoppten mich auch als ich ohne Führerschein fuhr.
Im Gefängnis ging ich zur Kapelle und der Heilige Geist ergriff mich. Dann war ich anders.
Ich betete zu Gott mir zu helfen, mir den Weg zu zeigen. Ich dachte, dass etwas mich verwandelte. Gott verwandelte mich. Ich war den falschen Weg gegangen, falsche Dinge
tuend.. Dann hing ich zur Kirche und wollte mich verändern.Nach Entlassung aus dem Gefängnis, habe ich überhaupt nicht mehr getrunken. Zuerst habe ich mehr gelernt über Gottes Wort von Ken Hansen (aus Alice Springs – siehe unten die Anmerkung), später von Norman Wurst und Paul Träger. Dann kam ich nach Mt Liebig, und wir sangen jeden Abend von Jesus und ich bat meine Schwester Monica, meine Familie von Gottes Wort zu lehren. In Mt Liebig hatten wir jede Woche eine Christliche Singestunde, manchmal auch in Papunya und Haasts Bluff.
Ich habe eine Menge gelernt. Jetzt bin ich ein anderer Mensch.
Ich erzählte von Gottes Wort und jeder folgte zusammen dem Herrn an jenem Tag. Nun gehen einige nicht mehr Gottes Weg, und wir müssen zusammen singen und wir brauchen Menschen, die zurückkommen zum Herrn.
Ich bin glücklich, dass ich immer mit dem Herrn bin und wünsche, dass noch mehr Leute zum Herrn kommen. Meines Gottes’ Geist hilft mir dazu. Ich wünsche, den Leuten die gute Botschaft von Jesus Christus zu sagen.
Es ist gut, ein Pastor zu werden und mit den Leuten zu arbeiten. Ich bin auch froh, dass ich Menschen taufen und des Herrn Abendmahl bedienen kann.
Anmerkung: Durch Ken Hansen ist der Aborigines-Missionar Phill Brewster in Alice Springs vor vielen Jahren zum lebendigen Glauben an Jesus Christus gekommen. So war sein persönliches Zeugnis im Campingbus-Video von Heinz Just aus Burbach/Siegerland auf der Reise von Darwin nach Broome in 2002.
