Soziale Verantwortung?
Ich schreibe diesen Text nach Abhören der Predigt unserer Pastorin Daniela Konrädi am letzten Sonntag vom Internetportal. Ihre deutliche Mahnung zur sozialen Verantwortung für uns Christen hätte nicht eindrucksvoller sein können. Mir fiel dazu der beginnende Wahlkampf in den USA ein mit den Vorwahlen für den Kandidaten der Republikaner. Die neuesten Zahlen in den USA beziffern die Zahl der unterhalb der US-Armutsgrenze lebenden Menschen mit 46,2 Millionen (2010), weit mehr als das Doppelte der gesamten Bevölkerung Australiens. Gleichzeitig sagt uns die Statistik, dass 1% der Superreichen in den USA über ca. 70% des nationalen Reichtums verfügen. Wenn ein demokratisches System zu derartigen Folgen führt, darf man wohl fragen, ob da etwas seit Jahrzehnten schiefgelaufen ist in dem Land, das sich so gern God’s Own Country nennt? Mal ganz abgesehen von der Tatsache, das die USA seit Jahrzehnten durch Schuldenmachen finanziert werden in astronomischer Höhe.
Bei den Wahlen zum Kongress liegt die Wahlbeteiligung seit Jahrzehnten weit unter 40%, bei den Präsidentschaftswahlen bei wenig über der Hälfte der Wahlberechtigten. Bei meinen Aufenthalten in den USA, der letzte davon für die Arbeit in einer Suppenküche in der Lower East Side von Manhattan, habe ich immer wieder nach den Ursachen gefragt. Die häufigste Antwort war diese: “weil sich sowieso nichts ändert”. Könnte sich da eine große Demokratie selber ad absurdum führen?
