Evangelisch in Sydney

Denn ohne mich …

Am Montag dieser Woche sind Kirchenvorsteher und Interessierte aus der Gemeinde zu einem besonderen Treffen in der Lutherstube zusammengekommen. In der Fortsetzung einer Klausurtagung mit den Kirchenvorstehern aus Melbourne im Oktober vergangenen Jahres wollte man sich intensiv über die Möglichkeiten und Notwendigkeiten der weiteren Arbeit in der Gemeinde unterhalten. Individuell musste ein Fragebogen zu verschiedenen Zielgruppen bearbeitet und Perspektiven für die folgenden Jahre benannt werden. An die Notizen der Teilnehmer unter der Leitung unserer Pastorin Daniela Konrädi schloss sich eine intensive Aussprache an. Bei dem bevorstehenden zweiten Besuch von Pastor Peter Kruse (Shanghai) sollen diese Themen vertieft werden. Es war eine auf vielfältige Weise gute Zusammenkunft.
Zuhause habe ich später einen biblischen Zusammenhang unseres Tuns bedacht und kam auf diesen Text Jesu im Johannesevangelium (15,5):

“Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir ist und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt Ihr nichts tun.”

Vielleicht müssen wir uns bei all unserem Planen und Hoffen an diesen Text erinnern: wir brauchen Gottes Segen für unser Tun.

eingestellt von Dietrich Rehnert am 3. Februar 2012
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Gottes Lächeln

Seit gut zwei Monaten treffe ich mich jeden Dienstag mit zwei Brüdern in Christus in meinem Zuhause. Es war vorher ein Zweiertreffen gewesen in einem Cafe in der Nähe. Ich wurde dann dazu eingeladen und schlug mein Zuhause als Treffpunkt vor, da man dort besser miteinander über z.T. sehr persönliche Dinge reden kann als in einem öffentlichen Lokal. Ben kannte ich schon seit 2009, Adam ist neu für mich und umgekehrt.
Adam leidet an  einer lebensgefährlichen Krankheit und ist über sie zum überzeugten Christen geworden.
Er gehört einer charismatischen Gemeinde in der City an und berichtete kürzlich über ihre Entwicklung. Ihre Mitgliedszahl hatte  von zunächst ca. 100 Mitgliedern auf nun ca. 400 zugenommen. Dazu sagte er den folgenden Satz:

“God Smiled on us”

Ich sagte ihm spontan, dass ich darüber ein “Wort zum Alltag” auf dem Internetportal unserer Gemeinde schreiben würde. Über den lächelnden Gott musste ich sofort selber lächeln.
Vielleicht, weil ich mir einen lächelnden Gott bisher nicht vorgestellt hatte. Ich kann es jetzt nicht nur, ich wünsche es mir auch. Möglicherweise steckt in diesem lächelnden Gott auch ein Stück Vergebung für all unsere Dummheiten als seine Kinder.

eingestellt von Dietrich Rehnert am 27. Januar 2012
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Solace = Trost oder Tröstung

Im November vergangenen Jahres bekam ich einen wichtigen Hinweis von Pastor Wilhelm Stern (Springvale/Melbourne), dem Freund unserer Gemeinde. Er wies mich auf eine Selbsthilfeorganisation hin, mit der Mitglieder seiner Gemeinde sehr gute Erfahrungen gemacht hatten. Solace heisst sie und lässt sich vielleicht am besten wie in der Überschrift übersetzen. Verwitwete Frauen und Männer treffen sich in kleinen Gruppen, sprechen über ihre oft von einer Minute zur anderen veränderte Lebenssituation nach dem Verlust des liebsten Menschen.
Auf einen Anruf/E-mail antwortete man am selben Tag und brachte mich zusammen mit einer Gruppe in meiner Nähe. Drei Begegnungen, man trifft sich in der Regel zweimal im Monat, habe ich nun hinter mir. Ich bin voll des Lobes und Dank an Gott.
Beim Gottesdienst in Gosford am letzten Sonnabend konnte ich auf diese Organisation hinweisen, denn auch dort gibt es eine Gruppe.
Man redet offen miteinander, hilft einander. Interessierte können sich gern an mich wenden (9452 2667). Am Tag des Schreibens dieser Zeilen brachte der Newsletter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) diesen Satz des Theologen und Leiters der Betheler Anstalten  Friedrich von Bodelschwingh:

“Aus schweren Lasten schafft Gott neue Möglichkeiten”

Auch Solace kann dabei helfen.

eingestellt von Dietrich Rehnert am 20. Januar 2012
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Freude machen macht Freude

In den Tagen nach dem Christfest fand ich in meinem Briefkasten eine Postsendung, die diesen fast sprengte. Unglaublich liebevoll und aus guten Gründen sorglich verpackt fand sich darin ein gerahmtes Farbfoto mit Glasabdeckung unseres diesjährigen Christbaumes. Es hängt nun als einziges Nicht-Personenfoto inmitten der Familienfotos an einem speziellen Aushangplatz im Wohnzimmer.
Ich werde mich bei jedem Anschauen an die unglaubliche Mühe erinnern, die  ein Team aus unserer Gemeinde aufbringt, um einen solchen grossen Baum jedes Jahr in unserem Gotteshaus aufzustellen. Ich werde mich aber auch der Großherzigkeit des Fotografen erinnern, der mir diese bleibende Freude gemacht hat. Ich erinnerte mich jenes Satzes, der hier die Überschrift bildet:

Freude machen macht Freude

Ich werde im Neuen Jahr Ausschau halten nach solchen Möglichkeiten. Es war hilfreich, daran so freundlich erinnert zu werden.

eingestellt von Dietrich Rehnert am 13. Januar 2012
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Unsere Verantwortung

Mehrfach im Verlauf des vergangenen Jahres habe ich Texte von einem Abreisskalender zum Thema des “Wort zum Alltag” gemacht. Ich bekomme ihn Jahr für Jahr von einer katholischen Freundin geschenkt und gehe mit ihm durch das Jahr wie mit den Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine. Am Silvestertag 2011 riß ich den vermeintlich letzten Zettel ab, doch da gab es noch eine Überraschung. Darunter war sozusagen ein allerletzter Zettel mit dem folgenden Text:

“Was wir heute tun, entscheidet, wie die Welt morgen aussehen wird.”

Der Satz stammt von dem russischen Literaten und Übersetzer Boris Pasternak, dem das Nobelpreiskomitee für das Jahr 1958 den Preis für Literatur zugesprochen hatte. Der Druck der kommunistischen Partei der Sowjetunion zwang ihn zur Ablehnung dieses Preises. Das war fünf Jahre nach Stalins Tod und machte  alles Gerede von einem literarischen und politischen Tauwetter zur Lächerlichkeit. Die Sowjetunion ist seit 20 Jahren von der Landkarte der Erde verschwunden. Pasternaks Bedeutung von Ethik in Literatur und Alltag hat überdauert.

eingestellt von Dietrich Rehnert am 6. Januar 2012
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Die Kraft der Schwachen

Seit Jahrzehnten lebe ich täglich mit den Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine, die seit 282 Jahren erscheinen und damit wesentlich älter sind als die europäische Besiedlung Australiens. Inzwischen erscheinen sie in aller Welt in 50 Sprachen. Jedes Jahr steht unter einem bestimmten Text, im weiteren Verlauf jeder Monat und jede Woche. Wir sagen sie in manchen Gottesdiensten den anwesenden Gemeinden. Der Jahrestext für das Jahr 2012 findet sich im 2. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth und lautet:

“Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.”

Ich habe gerade auf ABC Radio National ein Feature gehört zum Leben in der früheren DDR mehr als 20 Jahre nach dem Fall der Mauer. Da war Kraft in den vielen Schwachen mächtig; sonst hätte nicht ein Staat von der Landkarte Europas verschwinden können. Mit vielen sich organisierenden Schwachen können auch weiter gesellschaftliche Zustände verbessert oder erforderlichenfalls beseitigt werden. Jesus steht auf der Seite der Schwachen. Das wird uns in dieser Jahreslosung zugesichert.
Mit guten Wünschen für das Jahr 2012.

eingestellt von Dietrich Rehnert am 30. Dezember 2011
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Für die Menschen hinter den Barrieren

Dieses vorletzte “Wort zum Alltag” in diesem Jahr erscheint am Tag vor Heiligabend. Ich widme es den Menschen in den Internierungslagern von Christmas (SIC!) Island, Villawood usw. usw. .
Nur wenige von ihnen werden vermutlich selber Christen sein, doch als Menschen sind sie alle Kinder Gottes wie wir auch. Die Statistik des Jahres 2010 sagt uns, daß von der Gesamtzahl der Einwanderer in Australien in jenem Jahr nur 2,6% als Bootsflüchtlinge in dieses Land kamen. Mit diesen wird eine unverantwortliche Politik gemacht und vielleicht Wahlen gewonnen oder verloren. “Boot” reimt sich auf “Not”. Niemand verläßt seine Heimat mit all ihren Bindungen aus Jux und Dollerei, zumal diese Art der Flucht lebensgefährlich ist.
Ich habe in der Überschrift vorsichtig “Barrieren” geschrieben. Sie sind mehr als das.
In meinem Antrag auf Erteilung der “Permanent Residency”, einer umfangreichen Broschüre, wurde ich gefragt, wieviel Geld ich vermutlich nach Australien transferieren würde. Ich konnte das wohl zufriedenstellend beantworten.
Die Bootsflüchtlinge bringen ein anderes Kapital in dieses Land: den ernsthaften Wunsch, sich und ihren Familien durch harte Arbeit einen gesicherten Platz ohne Gefahr und Bedrückung zu erkämpfen. Sollte das nicht gut für dieses Land sein?

eingestellt von Dietrich Rehnert am 23. Dezember 2011
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Murkl flog nach München

Vor zwei Wochen ging das “Wort zum Alltag” um eine deutsche Dame hier in Sydney, die einen unter der ANZAC-Brücke lebenden Obdachlosen sozusagen zu ihrem “Adoptivsohn” gemacht und ihm über lange Zeit viel Gutes erwiesen hatte.
Gestern bekam ich von ihr den ersten Brief nach der Rückkehr nach Deutschland nach Ende ihres beruflichen Lebens hier. Ich erfuhr, dass Murkl mit nach München geflogen war. Er ist ein früher von der Tochter in Sydney übernommenes Kaninchen.
Für die Zollbeamten war er eine Premiere. Sie stuften seinen Wert mit € 10,00 ein und bekamen eine Gebühr von € 17,00.
Jetzt werden vielleicht Leserinnen/Leser des “Wort zum Alltag” sagen: “Das geht ja nun wohl doch zu weit!” Ich respektiere ihre Meinung, wenn ich sie auch nicht teile. Menschen können tiefe Bindungen zu Tieren entwickeln. Und ausserdem: auch Tiere sind Teil von Gottes Schöpfung und waren die ersten Zeugen der Christgeburt im Stall von Bethlehem.

eingestellt von Dietrich Rehnert am 16. Dezember 2011
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