
Christen nehmen sich ganz schön was heraus: Sie debattieren regelmäßig mit ihrem Gott, bekritteln die Kirche – für Gläubige anderer Religionen undenkbar
Diese Bibel muss man einfach lieben – nicht zuletzt wegen der Gelassenheit, mit der ihre Hauptakteure die penetranten Störungen ihrer öffentlichen Auftritte ertragen. Nehmen wir Jesus von Nazareth. Er ist nicht nur fortgesetzt den verqueren Fragen der Pharisäer ausgesetzt, sondern stößt sogar auf die massiven Zweifel der eigenen Anhänger.
Und die Bibel transportiert diese Zweifel haarklein. Da hatte Jesus sich selbst in der Synagoge von Kapernaum wortreich als „Brot des Lebens” angepriesen, dessen Genuss Unsterblichkeit schenke. Das ging den anwesenden Zuhörern und auch den meisten seiner Anhänger entschieden zu weit. Die Bibel vermerkt ungerührt: „Von da an wandten sich viele seiner Jünger ab und gingen hinfort nicht mehr mit ihm” (Johannes 6, 66).
Den vollständigen Artikel von Eduard Kopp finden Sie auf den Internetseiten des evangelischen Online Magazins chrismon.de hier.
eingestellt von Mathias Burbach am 15. April 2010
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O ja, Beten hilft. Sogar Mediziner sehen das seit einiger Zeit so. Dale Matthews zum Beispiel, Professor an der Georgetown University in den USA, nennt Beten die „Arzttasche Gottes”, die die Heilung von Krankheiten beschleunigt.
Die Mehrzahl der wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema haben inzwischen die positiven Effekte religiösen Lebens bestätigt. Und bei unserer chrismon-Umfrage gaben 70 Prozent der Befragten an, sie glaubten, dass Gebete etwas bewirkten entweder psychologisch oder durch ein tatsächliches Eingreifen Gottes oder beides (Heft 11/2000).
Die meisten Befragten betonten jedoch die rein psychologische Wirkung des Gebets auf das Gemüt des Beters.
Den vollständigen Artikel von Axel Reimann finden Sie auf den Internetseiten des evangelischen Online Magazins chrismon.de hier.
eingestellt von Mathias Burbach am 7. April 2010
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Seit Urzeiten stehe fest, wer das Heil erlangen und wer verdammt werde. Das behauptete der Reformator Johannes Calvin. Was er uns damit sagen wollte …
„Free at last! Free at last! Thank God Almighty, we’re free at last!” Die Zeilen aus dem Gospelsong stehen auf dem Grabstein des schwarzen Bürgerrechtlers und Baptistenpfarrers Martin Luther King (1929-1968): „Frei, endlich frei! Dank Gott, dem Allmächtigen, sind wir endlich frei.” Das Lied gibt einer unerschütterlichen Erlösungshoffnung von Sklaven Ausdruck. Von Sklaven, für die es eigentlich nichts zu hoffen gab. Doch über eines waren sie sich sicher: Unsere vergänglichen Leiber mögen zugrunde gehen, doch unser wahres Ich wird den Sieg davontragen. In den Augen der Weißen sind wir gering, doch Gott hat uns zum Heil vorherbestimmt.
Den vollständigen Artikel von Burkhard Weitz finden Sie auf den Internetseiten des evangelischen Online Magazins chrismon.de hier.
eingestellt von Mathias Burbach am 17. März 2010
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„Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein”, schmettert der Knabenchor ein letztes Mal zum Ende der Weihnachtszeit, am zweiten Februar. Die Chorleiterin will es wissen.
„Was meint ihr: Wer ist denn mit dem Kindlein gemeint?”, fragt sie in die Runde. Ein schmächtiger Junge meldet sich. „Jesus”, sagt er.
„Richtig”, sagt die Chorleiterin. Dann erklärt sie die nächste Strophe: „Gleich singen wir, wie Gott ein Kind in der Krippe wird.” Der Junge meldet sich wieder: „Ist das Kind in der Krippe Gott?” – „Ja”, sagt die Chorleiterin, „so kann man das sagen.” – „Hat Gott Eltern?”, fragt der Junge.
Die Chorleiterin stutzt. So hat sie noch nie darüber nachgedacht.
Ganz abwegig ist die Frage nicht. Christen sprechen oft so von Gott, als habe er eine Familie. Es gibt einen Gottessohn, gezeugt von Gottvater und geboren von der Gottesmutter Maria.
Den vollständigen Artikel von Burkhard Weitz finden Sie auf den Internetseiten des evangelischen Online Magazins chrismon.de hier.
eingestellt von Mathias Burbach am 23. Februar 2010
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Wie sich ihre Mitglieder verhalten, kann ihr jedenfalls nicht gleichgültig sein. Doch es passt besser zu ihr, mit dem Wort und nicht mit Zwang zu überzeugen.
Am 20. Februar 2010 will die evangelische Kirche auf ein uraltes Recht gegenüber ihren Mitgliedern verzichten. An diesem Tag versammelt sich die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Das oberste Gremium der Landeskirche soll eine neue Kirchenordnung verabschieden. Man könnte auch sagen: Sie bringt ihre Verfassung auf den neuesten Stand. Dabei werden aus dem begleitenden Gesetz, der Kirchengemeindeordnung, wohl einige Paragrafen wegfallen. Ein althergebrachtes Recht der Kirche geht verloren: ihre Mitglieder zu strafen.
Moment mal: Die Kirche bestraft ihre Mitglieder? Geht das überhaupt? Grundsätzlich ja. Die Kirche kann strafen, wenn auch nur durch Worte, ohne Zwang. Es gibt nur eine Sanktion: den Ausschluss vom Abendmahl.
Na gut, könnte man denken. Nicht mehr zum Abendmahl gehen. Damit kann ich leben. Aber sterben konnte man damit früher nicht! Wer auf Erden nicht am Abendmahl teilnehmen durfte, für den sollte auch der Himmel verschlossen bleiben. Der Ausschluss vom Abendmahl war über viele Jahrhunderte ein Ausschluss vom Seelenheil, eine furchtbare Sanktion. Die evangelischen Kirchen waren bei den Strafen von Anfang an zurückhaltender als die Katholiken. Hier kann kein Pfarrer oder Bischof allein über den Ausschluss vom Abendmahl entscheiden. Die evangelischen Kirchenordnungen sehen bis heute vor, dass diese Entscheidung in der betroffenen Gemeinde fällt. Die Entscheider sind in der Mehrzahl Nichttheologen – so soll Willkür unterbunden werden.
Den vollständigen Artikel von Ingo Schütz finden Sie auf den Internetseiten des evangelischen Online Magazins chrismon.de hier. |
eingestellt von Mathias Burbach am 2. Februar 2010
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„Messias gesucht. Für die Position eines/r Königs/Königin suchen wir eine kommunikationsstarke Persönlichkeit mit Führungskompetenz und Überzeugungskraft. Er/sie sollte in der Lage sein, Menschen für ihre/seine Visionen zu begeistern und Konflikte zu schlichten. Gefordert wird übermenschlicher Einsatz zum Aufbau einer neuen Gesellschaft. Wunder und Überstunden im göttlichen Auftrag werden nicht extra vergütet.”
Von Eduard Kopp
Wie wird man eigentlich Messias? Heutzutage manchmal schon dadurch, dass man in Zeitungskommentaren dazu hochgeschrieben wird, wie es dem neuen amerikanischen Präsidenten Barack Obama geschieht. Obama müsse bald zeigen: „Kann ein Messias auch regieren?” („Die Zeit”). Journalisten machen „geradezu messianische Hoffnungen” aus, erkennbar daran, dass ein Amerikaner „Kandidat der ganzen Welt” geworden sei („Die Zeit”). Da weht über dem Wahlergebnis auch schnell mal ein „Hauch von Erlösung” („FAS”).
Ein Messias im religiösen Sinn ist etwas anderes als ein Mensch, der mit seinem Charisma Menschenmengen begeistert. Einen Messias zeichnet zunächst einmal eine zugleich religiöse und politische Vision aus, die er im Auftrag und mit Unterstützung Gottes verwirklicht. Messias, wörtlich übersetzt: Gesalbter, ist historisch gesehen meist ein König. Die Salbung bei seiner Inthronisation verleiht ihm geradezu göttliche Autorität, er gilt damit als sakrosankt, also allem politischen Streit und allen Anfeindungen entzogen. Gerade das wird man Obama und der amerikanischen Demokratie nicht wünschen.
Den vollständigen Artikel von Eduard Kopp finden Sie auf den Internetseiten von evangelisch.de hier.
eingestellt von Mathias Burbach am 12. Januar 2010
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Zum zweiten Mal hat die bayerische Landeskirche einen Print-Medienpreis verliehen. Das Thema 2009: Kinder. Unter den Preisträgern, die am Donnerstagabend von Landesbischof Johannes Friedrich in Nürnberg geehrt wurden, war auch “chrismon”-Autorin Ariane Heimbach. Aus diesem Anlass veröffentlicht evangelisch.de im Folgenden ihren Siegertext aus der Kategorie “Magazin”.
Von Ariane Heimbach
So sieht also das Leben kurz vor seinem Ende aus. Man sitzt mit zwei alten Menschen an einem Tisch und schweigt. Morgens, mittags, nachmittags und abends zum Essen. Und in der Zwischenzeit meistens auch. Zur Linken Herr Jerichow mit seinem stillen Lächeln, zur Rechten die mürrische Frau Schmitz, die unter ihrer Vergesslichkeit leidet. Alfred Pohlmann blickt hin und wieder zur geöffneten Tür. 96 Jahre ist er alt, ein großer, inzwischen gebeugter Mann, mit weißem Haarkranz und wachen Augen. Auch die anderen Anwesenden im Raum sagen nichts.
Den vollständigen Artikel von Ariane Heimbach finden Sie auf den Internetseiten von evangelisch.de hier.
eingestellt von Mathias Burbach am 17. November 2009
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Ausweglose Situationen - Es gibt Lebenslagen, die Menschen als hoffnungslos erscheinen. Und es gibt Lagen, die es tatsächlich sind. Der Gedanke an Suizid hebt die Sicherheiten des Lebens aus den Angeln. Und nicht nur die Betroffenen geraten in ein schreckliches Dilemma.
Von Eduard Kopp
Manche Texte wirken Jahrzehnte nach. Der Essay “Hand an sich legen – Diskurs über den Freitod” des österreichischen Schriftstellers Jean Améry aus dem Jahr 1976 ist ein solcher Text. Améry beschreibt darin die Möglichkeit zum Suizid als größte Freiheit des Menschen, als ein Privileg, das ihn vor allen anderen Geschöpfen auszeichnet.
Den vollständigen Artikel von Eduard Kopp finden Sie auf den Internetseiten von evangelisch.de hier.
eingestellt von Mathias Burbach am 12. November 2009
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