
Leider weiss ich nicht, wie es anderen Menschen geht mit meiner folgenden Erfahrung. In den frühmorgendlichen Wachliegezeiten fliegen mir häufig gute Dinge zu. Häufig ein Liedervers oder auch ein Gedicht oder nur Zeilen davon. Schon mehrfach habe ich das auch zu Themen im “Wort zum Alltag” machen können. In den Tagen vor dem 1. Advent war es der Anfang eines Verses des ostpreußischen Dichters Ernst Wiechert:
“Komm nun wieder, stille Zeit.
Krippe, Stern und Kerzen…..”
Ich habe sofort an die Besinnung unserer Pastorin Daniela Konrädi denken müssen in der Weihnachtsausgabe unserer “Kirchlichen Nachrichten”, deren Korrektur ich kurz vorher gelesen hatte. Sie schreibt über unser Verhältnis zur Zeit und zum Umgang mit ihr. Da zieht sie dann den Schluß, daß wir durch den falschen Umgang mit Zeit nicht nur Gott, sondern auch uns selbst verlieren. Wie wahr!
Vielleicht müssen wir ja auch bitten wie Ernst Wiechert.
eingestellt von Dietrich Rehnert am 9. Dezember 2011
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Eigentlich wollte ich zum 2. Advent einen adventlichen Text schreiben, doch dann geschah die folgende Geschichte:
Ich kam in einen Schreibkontakt mit einer Frau, deren entwickelte Menschlichkeit mir in einer bestimmten Situation aufgefallen war. Sie ist gerade aus dem Berufsleben ausgeschieden und kehrt in dieser Woche nach Deutschland zurück. Ich erfuhr von ihr, dass sie sich über das Wiedereinleben in Deutschland weniger Gedanken machte als um ihren zurückgelassenen “Adoptivsohn”. Ihr “Adoptivsohn” ist ein unter der ANZAC-Brücke lebender Obdachloser. Sie unterstützt ihn seit langem auf unterschiedliche Weise; ihr Abschieds- und Weihnachtsgeschenk ist ein besonders warmer Schlafsack.
Vielleicht ist dies ja doch ein adventlicher Text geworden, wenn durch das Geschehen zum Christfest die Liebe Gottes in Jesus ganz leiblich in die Welt kommt. Vielleicht fahren ja auch die “Luther Angels” mal bei dem zurückgelassenen “Adoptivsohn” vorbei.
eingestellt von Dietrich Rehnert am 2. Dezember 2011
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Ich lese immer gern den Newsletter der EKD, dem Zusammenschluß der 22 evangelischen Mitgliedskirchen. Er schließt immer mit “Worte zum Tag”. Schon mehrfach habe ich sie zum Thema in diesem Internetportal gemacht. In der vorletzten Ausgabe fand ich den folgenden Text:
“Mission ist Mitteilung der Heilsgnade an die heillose Welt in der Vollmacht des Heiligen Geistes.”
Als Verfasser ist angegeben: Peter Beyerhaus, Deutscher Theologe, Missionar und Missionswissenschaftler.
Ich habe mit diesem Text Verständnisprobleme und habe das auch der Redaktion des Newsletter mitgeteilt. Sollte Kirche in unserer Zeit sich nicht ganz besonders um Verständlichkeit ihrer Sprache bemühen, wenn sie die Botschaft der Liebe Gottes in unsere Welt hineintragen will?
Vielleicht gibt es aber freundliche Leserinnen und Leser des “Wort zum Alltag”, die mir da weiterhelfen können.
eingestellt von Dietrich Rehnert am 25. November 2011
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Am vergangenen Sonntag haben wir wie üblich eingeladen zu den Gottesdiensten am folgenden Sonntag. Der kommende Sonntag ist im doppelten Sinn ein besonderer Sonntag. Einmal ist es der letzte Sonntag im laufenden Kirchenjahr, zum anderen ist es der Ewigkeitssonntag. Meine Generation ist aufgewachsen mit der Bezeichnung “Totensonntag”. Ich habe die Namensänderung von Anfang an begrüßt, sagt sie doch etwas über unser Verständnis vom Lebensende aus.
Im katholischen Abreisskalender finde ich einen Text der Mitbegründerin der Seventh-Day Adventist Church, im lutherischen Internetportal ein wirklich ökumenisches Ereignis. Ellen Gould White schrieb:
“Trauert nicht wie solche,
die ohne Hoffnung und Hilfe sind.
Jesus lebt! Und weil er lebt,
werden auch wir leben.”
So wollen wir in den Ewigkeitssonntag hineingehen: uns erinnern an die uns wertvollen Menschen, von denen wir Abschied nehmen mussten, doch auch in dem Bewusstsein, dass sie uns nur vorausgegangen sind in Gottes Ewigkeit.
eingestellt von Dietrich Rehnert am 18. November 2011
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Im Gottesdienst am vergangenen Sonntag hatte das Fürbittengebet nicht nur die Wünsche und Bedürfnisse von uns Menschen zum Inhalt, sondern die gesamte Schöpfung zum Thema, Flora und Fauna. Kein Wunder, daß ich an meine vierbeinigen Hausgenossen Joschka und Sascha dachte. Die Kater-Brüder waren Ende 2005 zu uns gekommen. Seit dem Tod meiner Frau im Mai 2009 hat sich die Beziehung zwischen uns sehr eng gestaltet, wobei die Brüder sich in fast allen Bereichen sehr stark unterscheiden. Das soll es ja auch bei Menschen-Brüdern geben. Interessant sind die verschiedenen Elemente der Kommunikation. Als ich kürzlich einen Fragebogen auch mit der Frage nach meinen Sprachkenntnissen ausfüllen mußte, schrieb ich auch “CAT”. Wenn Joschka oder Sascha oder sogar beide sich auf dem ausgefahrenen Kippsessel auf meinem Körper niederlassen, wärmen sie nicht nur meinen Körper, sondern auch meine Seele.
PS: bei unserer Pastorin (Tel. 9738 5733) warten zwei orangefarbene Katerchen auf ein liebevolles neues Zuhause.
eingestellt von Dietrich Rehnert am 11. November 2011
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Am vergangenen Freitag berichteten die Medien, dass der CEO der australischen nationalen Luftlinie eine Gehaltserhöhung von mehr als 70% erhalten habe. Zeitgleich laufen bei der Luftlinie mehrere Arbeitskämpfe, bei denen es um wenige Prozentpunkte geht. Der Begriff des “corporate greed” ist hier vielleicht besonders angebracht.
Am Tag nach dieser Meldung kamen zu mir neun Mitglieder der nahen anglikanischen Gemeinde, sieben davon junge Menschen. Sie machten Gartenarbeiten, die ich nach einer Tumoroperation in der Wirbelsäule nicht selber machen kann. Meine vorhergehende Anfrage nach einer Vergütung oder Gabe an die Gemeinde war deutlich abgelehnt worden. Es blieb bei einer Einladung zu Kaffee und Kuchen nach dem Arbeitsschluss.
Zu Beginn des Kaffeetrinkens haben wir den Tagestext aus der Bibel gelesen, kurz bedacht und zusammen gebetet.
Mir ist an diesen beiden Tagen der Unterschied der beiden Welten besonders deutlich geworden. Dort der massive Griff in den von den Beschäftigten erarbeiteten Gewinntopf, hier das Tun um Gotteslohn in der praktischen Umsetzung des Gebotes der Nächstenliebe. Wir können uns für eine der beiden Welten entscheiden.
eingestellt von Dietrich Rehnert am 4. November 2011
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Ich hatte in diesen Tagen einen interessanten Frühstücksbesuch. Seine Frau und er selbst kamen immer in die Martin Luther-Kirche zu den Gottesdiensten, wenn sie die Familie des Sohnes hier in Sydney besuchten. Nun hilft er mit bei der Übersiedlung der Familie des Sohnes nach Berlin.
Nach dem Frühstück erzählte er mir von der Geschichte der gemeinsamen Ehe. Im Jahre 1969 war seine zukünftige Frau schwanger, unter 21 Jahre alt und ohne die Erlaubnis zur Eheschließung durch die Mutter, was damals rechtlich zwingend war.
Man fuhr ins schottische Gretna Green und wurde über dem Amboß des Schmiedes in der Gemeinde getraut. Zur Silberhochzeit machte man einen Erinnerungsbesuch und will das in acht Jahren wiederholen, wenn durch die Güte Gottes die Goldene Hochzeit erreicht wird.
Gretna Green wurde Mitte des 18. Jahrhunderts erst zum englischen, dann zum weltweiten Trauungsparadies für junge Menschen, bei denen es rechtliche Probleme zur Eheschließung im Heimatlande gab.
Wir waren uns rasch einig, daß zum guten Ausgang auch der Heilige Geist seine Hand im Spiel gehabt haben wird.
eingestellt von Dietrich Rehnert am 28. Oktober 2011
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Kennen wir das nicht alle aus unserem Leben? Ein unbedachtes Wort, eine unangemessene Geste und schon ist eine Verletzung geschehen, die der Verletzer vielleicht nicht einmal gewollt hat, doch die geschehen ist, die schmerzt und eine zwischenmenschliche Beziehung belasten, wenn nicht gar gefährden kann. Ich habe eine solche Verletzung verursacht vor einigen Wochen, mußte auf den Ernst der Situation sogar erst deutlich hingewiesen werden.
Schließlich bin ich den Weg gegangen, der uns als Christen für diesen Fall offensteht: ich habe voller Bedauern um das durch mich Geschehene um Vergebung gebeten. Schon am Tag danach bekam ich diese Nachricht:
“Die Vergebung ist Ihnen gewährt, schon bevor Sie darum gebeten haben. Gottes Segen und liebe Grüße.”
Ich habe diesen Vorgang als ein Stück Heilung erfahren. Wir können einander durch Vergebung eine Last abnehmen, einen Neubeginn miteinander ermöglichen, sind wir doch alle in unserer Natur fehlerhafte Menschen. Mal sind wir Verletzer, mal sind wir die Verletzten. Auch Vergebung ist eine Gabe des Heiligen Geistes.
eingestellt von Dietrich Rehnert am 21. Oktober 2011
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